Talstraße in Kettenis: Sicherheit verbessern, aber nachhaltig und fair

Die Sicherheit in der Talstraße, insbesondere im Bereich der S-Kurve beim Schloss Tal, beschäftigt die Stadt Eupen bereits seit längerer Zeit. Im Stadtrat vom 31. August 2026 wurde erneut nach dem aktuellen Stand und den weiteren Planungen gefragt.

Bereits im Mai 2025 war die Gefahrenstelle in der Bau- und Mobilitätskommission thematisiert worden. Im November 2025 folgte eine mündliche Frage im Stadtrat. Inzwischen liegt ein konkretes Projekt zur Umgestaltung des Kurvenbereichs vor.

Ein Projekt liegt bereits vor

Das ausgearbeitete Projekt sieht insbesondere die Schaffung eines sicheren Fuß- und Radweges entlang der S-Kurve vor. Damit könnte der besonders gefährliche Bereich deutlich besser abgesichert werden.

Aus Sicht des Gemeindekollegiums ist die vorliegende Planung jedoch noch nicht die optimale langfristige Lösung. Der Grund: Das Projekt würde zunächst lediglich einen Teilbereich der Talstraße absichern. Für einen durchgängigen Fuß- und Radweg entlang der Straße wären wesentlich weitergehende Eingriffe in den Straßenraum notwendig.

Damit würde aus der punktuellen Sicherung der S-Kurve ein deutlich umfangreicheres Infrastrukturprojekt – sowohl hinsichtlich des finanziellen Aufwands als auch bei Planung und Umsetzung.

Sicherheit darf nicht zur unverhältnismäßigen Belastung für Anwohner werden

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die bestehende Steuerordnung für Gehsteige. Bei einer Umsetzung des derzeit vorliegenden Projekts könnte für betroffene Anwohner eine entsprechende finanzielle Belastung entstehen.

Das ist für uns ein zentraler Punkt. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit darf nicht dazu führen, dass einzelne Anwohner mit unverhältnismäßigen Kosten konfrontiert werden.

Deshalb wird derzeit gemeinsam mit den zuständigen Diensten und dem Gemeindekollegium an einer Überarbeitung der entsprechenden Steuerordnung gearbeitet. Ziel ist eine Regelung, die fair, rechtssicher und mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung vereinbar ist.

Im September ist hierzu eine weitere interne Arbeitssitzung vorgesehen. Dabei sollen die nächsten konkreten Schritte festgelegt werden. Eine Anpassung der Steuerordnung könnte im besten Fall im kommenden Jahr erfolgen. Gleichzeitig gilt: Eine solche Regelung muss sorgfältig geprüft werden und sollte nicht unter Zeitdruck beschlossen werden.

Auch die Aachener Straße muss berücksichtigt werden

Bei der weiteren Planung spielt zudem die bevorstehende Baustelle an der Aachener Straße eine Rolle. Die damit verbundenen Umleitungen könnten Auswirkungen auf die Verkehrssituation in der Talstraße haben.

Gemeinsam mit der Wallonischen Region, der Polizei und den zuständigen städtischen Diensten wird deshalb bereits darüber gesprochen, welche Maßnahmen während der Bauarbeiten erforderlich sein könnten. Dazu gehören unter anderem Fragen der Verkehrsführung, der Verkehrssicherheit und möglicher Schäden an den betroffenen Straßen.

Unser Ziel: eine Lösung mit Augenmaß

Für uns steht fest: Die Verkehrssicherheit in der Talstraße muss verbessert werden. Gleichzeitig sollte die Stadt jetzt keine isolierte Teillösung umsetzen, die langfristig weder verkehrlich noch finanziell überzeugt.

Wir wollen deshalb eine Lösung, die

  • die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern verbessert,
  • die langfristige Entwicklung der Talstraße berücksichtigt,
  • finanziell vertretbar ist,
  • und die Anwohner nicht unverhältnismäßig belastet.

Die weiteren Schritte werden in den zuständigen Ausschüssen beraten. Über konkrete Fortschritte wird selbstverständlich weiterhin informiert.

Sicherheit ja – aber nachhaltig, fair und mit Augenmaß.

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